Grundprinzipien des PositionsspielsBeim Punkt schon den nächsten Stoß vorbereiten
Effetseitlich −0,5 · hoch
Ballfülle1/4
Tempo3/5
Der Spielball liegt nahe der linken langen Bande, der Rote direkt rechts daneben, der Gelbe in der oberen Tischhälfte. Der Rote wird mit 1/4 Ballfülle, leichtem linkem Effet (Laufeffet) und mittlerem Tempo gespielt; der Spielball läuft über die rechte lange Bande, die obere kurze Bande und die linke lange Bande hinunter zum Gelben. Der dünne Stoß schickt den Roten in die rechte untere Ecke, und der Spielball kommt weich am Gelben an und bleibt neben ihm liegen. Ergebnis: Der Spielball liegt nahe an einem Ball, der andere Ball wartet als großes Ziel in der Ecke. Alternative: Denselben Weg kannst du auch voller spielen und dafür mehr Effet geben, aber dann läuft Ball 2 über die Ecke hinaus. Typischer Fehler: zu viel Tempo; der Rote kommt aus der Ecke heraus und läuft zurück in die Mitte der kurzen Bande.
Im Dreiband entstehen Serien dadurch, dass du beim Punkt die Bälle so liegen lässt, dass der nächste Stoß gut spielbar ist. Positionsspiel heißt: Ohne den Weg des Spielballs zu zerstören, stimmst du die Ballfülle auf Ball 2, das Tempo und das Ankunftstempo an Ball 3 ab. Das Grundziel ist einfach: Der Spielball bleibt in der Nähe eines Balls liegen, der andere Ball wartet als großes Ziel in einer Ecke.
Wann? Wenn der Punkt leicht oder mittelschwer ist und die kleine Anpassung für die Position die Erfolgschance des Punkts nicht spürbar senkt. Bei einem schweren Punkt geht der Punkt vor; die Position ist zweitrangig.
- 1Wähle zuerst den Weg, der den Punkt bringt, und denk danach an die Position. Macht eine Änderung von Ballfülle oder Tempo für die Position den Punkt deutlich schwerer, verzichte darauf und spiel den einfachsten Stoß; ein verpasster Punkt ist die schlechteste Position.
- 2Bau die Position zuerst mit Ball 2 (dem Ball, den der Spielball zuerst trifft) auf. Ihn kontrollierst du am leichtesten: Wohin er läuft, bestimmt die Ballfülle, wie weit er läuft, das Tempo.
- 3Schick Ball 2 in eine Ecke und ziele darauf, dass er von beiden Banden etwa eine Ballbreite entfernt liegen bleibt. Den Ball in der Ecke kann der Spielball sowohl über die lange als auch über die kurze Bande erreichen; das Ziel ist groß, und kleine Winkelfehler werden verziehen.
- 4Lass Ball 2 nicht in der Mitte der kurzen Bande liegen: Diese Stelle ist nach drei Banden am schwersten zu erreichen. Im Beispiel mit dem vollen, harten Stoß kommt der Rote, mit Ballfülle 1/2 getroffen, genau dorthin zurück, in die Mitte der unteren kurzen Bande.
- 5Lass den Spielball in der Nähe mindestens eines Balls liegen. Beim nächsten Stoß machst du diesen nahen Ball zu Ball 2 und triffst ihn dünn; der erste Kontakt wird leicht, und die Bälle bleiben beieinander.
- 6Komm bei Ball 3 mit genau dem Tempo an, mit dem der Spielball ihn gerade noch erreicht. So bewegt sich Ball 3 kaum von seinem Platz, und der Spielball bleibt direkt neben ihm liegen; kommst du hart an, verteilst du beide Bälle über den Tisch.
- 7Lass die Bälle nicht an der Bande kleben, sondern etwa eine Ballbreite von der Bande entfernt liegen. Einen anliegenden Ball kann der Spielball nur von der Tischseite aus berühren; einen frei liegenden erreicht man auch von der Bandenseite, er ist leichter zu spielen und ein größeres Ziel.
- 8Um die Bälle zusammenzuhalten, triff Ball 2 dünn (1/4) und mit mittlerem Tempo. Ein voller, harter Stoß schickt Ball 2 auf eine lange Reise, und die Bälle verteilen sich über den Tisch; vergleiche die Beispiele mit 1/4 und 1/2 in derselben Stellung.
- 9Überlege schon jetzt, mit welchem System du den nächsten Stoß spielen wirst. Lässt du die Bälle nahe einer vertrauten Grundstellung liegen (einer Stellung, für die du weißt, wie ein System gespielt wird), spielst du den nächsten Punkt mit Berechnung.
Sprachcoach
PRODen Sprachcoach gibt es in den Tarifen Pro und Verein.
AchtungKreuzt der Weg von Ball 2 den Weg des Spielballs, droht ein Kiss; sorg mit Tempo und Ballfülle dafür, dass Ball 2 diesen Punkt vorher passiert.
AchtungDie Wege in den Zeichnungen sind mit idealer Reflexion konstruiert; je nach Banden, Tuch und Zustand der Bälle verschieben sich die Ankunftspunkte.
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